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This Chapter: text von David Baalcke, > > >>> |
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Wieviel ärmer wäre die selbstverliebte Isarstadt ohne die MERRICKS. Seit 15 Jahren beflügeln sie die lokale Musikszene und blieben weitgehend unerkannt von den Scouts der Plattenindustrie, dank ihrer Sperrigkeit und ihres unabhängigen Musikverständnisses. Der Prophet gilt halt nichts im eigenen Land, und so haben sie ihre größten Fangemeinden in Japan , Frankreich und Kalifornien.
Die MERRICKS schreiben ein neues Kapitel ihrer Housesoap. SILVER DISC ist der Name des neuen Longplayers und so mannigfaltig, wie der Name auszulegen ist, so zeigt sich auch das Werk. Die Lieblinge aus München zeigen sich nicht gefällig, verweigern plumpe Bedürfnisbefriedigung sondern präsentieren eine Komplexität, die an ihre Wurzeln erinnert. Haltung zeigen, dem Geschäft zum Trotz. Seit über einem Dutzend Jahren stellen Sie IHRE Musik, immer selbstproduziert, mit der sie das Publikum begeistern und prüfen, her. Nach SOUND OF- und ESCAPE FROM PLANET MUNICH, der Bearbeitung des spezifischen Themas München -Pop der siebziger Jahre, haben sie ihre Ensemblestärke noch umfassender ausgespielt. Stilistisch immer noch Wechselbälger, die changieren zwischen treibenden, eleganten Basslinien, Aufzuglimbo, düsteren Dschungelsinties, dem immerwährenden öffnen und schließen des Hi-Hats, rumänisch gehauchten Songs, irrwitzigen Streichern und bis in die Fußspitzen gehenden Trommelbeats , etwas kaputter, als sich es andere Bands je trauen würden. DISCO ES CULTURA! Sie verwenden diese Elemente auf ihre Weise, indem sie die entkunstete, ausschließlich auf Eroberung und Beeinflussung von Käufergewohnheiten ausgerichtete Welt der Muzakbabes konterkarieren. SILVER DISC ist ein Object of Art, eine Laborarbeit. Ein Gegengift, ein Serum mit dem man den Schaden, den bereits wenige Augenblicke unkontrollierten Radio- oder Musikfernsehkonsums anrichten kann, heilt. So ein Exorzismus kann schmerzhaft sein. Er wird durchgeführt mit Songs wie SMYLONYLON, bei dem man beim Hören auf der haarfeinen Grenze zwischen Komödie und Drama balanciert, um bald bei FETE DIN SIGHISOARA, dem Ausflug nach Brasilien, einem Baby gleich in das warme Klangbett gelegt zu werden. Beschützt, heimelnd. Wie sehr sie ihr Universum ausdehnen merkt man schon am Titel BURN MUNICH DOWN. Sie blicken über den Tellerrand ihrer Geschichte und bereiten ein Freudenfeuer mit dem Strandgut elektronischer Musik. Verbunden werden die Knaller mit Schleichern, die Raum schaffen, den Hörer durchatmen und behagliche Neugier entstehen lassen, auf das was noch kommt, denn der Überraschungen sind nicht wenige. MUSICESCU 1 und 2, die rumänischen Balladen oder BANK OF TRANSYLVANIA, aber auch ANGELA, ein Liebeslied von irritierender Qualität, geben dem Album das geschlossene Auftreten. Einer der Titel, der als Namensgeber des Albums gehandelt wurde, ist DIE INNERE REVOLUTION. Ein MERRICKS-Klassiker, der die CD abschließt und mit all seinem Stampferpotenzial erinnert, dass das Leben schwierig und unheimlich sein kann. Die MERRICKS, eine wie keine, und daher doppelt wertvoll."Wenn es jemand anders bereits machen würden, würde ich sofort aufhören.", sagt Bernd Hartwich, das Mastermind. Erfrischend wie eine Sauerstoffinhalation, so ein Selbstbewusstsein. Hut ab. David Baalcke |
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