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This Chapter: text von David Baalcke, München-Schwabing im Mai 1999 > > >>> >>> > >
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Der Sturm findet Innen statt!
"Der Sturm findet Innen statt, oder: versucht erst gar nicht, sie zu verstehen. Sie verstehen sich ja selbst nicht. Das Leben als endloser Groove, gesteuert von der Zeit in der man lebte und lebt, denn nichts verleugnen die Merricks, auch nicht ihre Herkunft. Hier wird keiner verlacht für das, was er mag. Eigentlich sollte man von der Band einen Beipackzettel mit den Querverweisen verlangen, aber es soll sich ja jeder seine eigenen Bezüge schaffen. Hier ist der Raum oder auch: der Raum ist hier. Escape >From Planet Munich. Das ist es auch. Der Klang von München erscheint hier als Schatten der Vergangenheit. Die Merricks haben ihre Albernheiten satt. Hier ist ein Album, das dem prognostizierten Sommer des deutschen Rap seine Grenzen aufzeigt. Ein Album, bei dem man bei jedem Song denkt, daß er nur für den ihm zugeordneten Platz im Gesamtwerk geschrieben wurde. Was sie schaffen ist zitatenreich, aber heutig. Ich will gar nicht davon sprechen, daß sie funky, groovy, jazzy sind. Die Merricks machen eben mehr als glücklich. Sie beschäftigen Einen. Der Raum ist hier. Fragen über Fragen. Und immer wieder Helden!?! Soll ich aufzählen: Blondie, Alan Parson, Flash and the Pan. Die Aufarbeitung der Produktionen von ELO und Silver Convention ist geschehen. Die Zeit ist reif für die Zukunft. Und die liegt vor uns. Keine Band! Ein Ensemble!! Das eigene Tun in Frage stellend, eine Gruppe von sechs Starrköpfen, jeder mit dem Potential für eine eigene Band, grüblerisch bis hin zur Schrulligkeit. Live legen sie alle Verantwortung ab und überlassen sich dem Beat ihres Lebens. Dann bricht der Sturm, der Innen stattfindet nach Außen. Bernd Hartwich sieht dann aus, als würde er sich vor Glück gleich in Gas auflösen. Die haben Spaß und bereiten Freude. Sie spielten ja schon immer Popmusik. Doch nun kommt zu ihrem überlegenen Gespür für Melodie auch noch der Einfluß der elektronischen Musik. Krachige, Hoppla-Jetzt-Komm-Ich-Stücke wechseln sich hier mit filigranen, existentialistischen Balladen ab und stellen immer wieder den Bezug zu unser aller Leben her: kaputte Radios, Regengeplätscher und Telefonklingeln. Es ist nicht mehr die Jagd nach dem perfekten Drei-Minuten-Popsong - jetzt wollen sie einfach nur noch Musik machen." David Baalcke, München-Schwabing im Mai 1999 |
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